Kornelia Thiemann

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Welke Akademie – Zielführend.

Souverän durch den Geschäftsalltag

Souverän durch den Geschäftsalltag

Der Knigge ist heute das Synonym für gute Manieren und Tischsitten. Doch von Anstandsregeln und festen Vorschriften ist das Ursprungswerk „Über den Umgang mit Menschen“ fast so weit entfernt wie die Erde vom Mond.
„Schau doch mal im Knigge“ oder „was Knigge wohl dazu sagen würde“ – Sätze, die wahrscheinlich jeder schon einmal gehört hat. Dabei war der Grundgedanke des Freiherrn Knigge ein ganz anderer.
Er wollte mit seinem Buch „Über den Umgang mit Menschen“ bei seinen Mitbürgern viel mehr für einen respektvollen Umgang miteinander werben. Starre Regeln, gar die aufgesetzten Benimmregeln bei Hofe, waren ihm fremd. Er forderte einen höflichen und respektvollen Umgang der Menschen untereinander. Er bevorzugte Menschen, die mit dem nötigen Anstand Menschen aus anderen Kultur- und Lebenskreisen begegneten, Menschen, die zu Weltbürgern wurden.

Stil und Etikette

Unsicherheit ist dabei der größte Feind. Wer sich oder sein Verhalten andauernd kritisch hinterfragt,  wird niemals souverän agieren. Souveränität bedeutet aber auch, über die Schwächen anderer hinwegzusehen und sie nicht bloßzustellen. Keinesfalls bedeutet es, andere Menschen mit seinem eigenen korrekten Verhalten du diffamieren – das Gegenteil dessen, was heute vermeintlich im „Namen des Knigge“ oft genug praktiziert wird.
Ein freundlicher Umgang miteinander setzt jedoch voraus, dass sich jeder, im Rahmen seiner Möglichkeiten, an gewisse Spielregen hält.
Wir haben Ihnen die vier wichtigsten Empfehlungen von Etikette-Trainerin Lis Droste zusammengefasst:

 

1. Pflegen Sie ein höfliches Miteinander!

Nichts kann Menschen so sehr stören, wie die Unpünktlichkeit des Gegenübers. Unpünktlichkeit kostet den Pünktlichen wertvolle Zeit und kann im schlimmsten Fall die gesamte Tagesplanung aus dem Gleichgewicht bringen. Bemühen Sie sich also stets um Pünktlichkeit. Auch mit solchen vermeintlich kleinen Gesten, zollen Sie Ihrem Gegenüber eine Form von Respekt. Seien Sie aber auch nicht viel zu früh. Sie könnten damit die Vorbereitungen des Anderen stören oder ihn in Verlegenheit bringen. Lässt sich eine Verspätung hingegen nicht vermeiden, dann benachrichtigen Sie, wenn irgend möglich, den Wartenden.
Zur Begrüßung stehen Männer auf, das ist fast jedem bewusst. Doch im beruflichen Zusammenhang oder dann, wenn sie einen wesentlich älteren Menschen treffen, so erheben sich auch Frauen zu einem kurzen Gruß.
Versuchen Sie dabei, jeden Menschen mit seinem Namen anzusprechen. Fragen Sie nach, wenn Sie diesen nicht verstanden haben, oder lesen Sie ihn auf der Visitenkarte ab.
Kritik dürfen und sollten Sie äußern. Verhalten Sie sich dabei aber diskret, taktvoll und suchen Sie das Vier-Augen-Gespräch. Jeder Mensch kann Fehler machen und hat es verdient, danach mit dem nötigen Respekt behandelt zu werden.
Und vergessen Sie nie: Der erste Eindruck zählt, aber der letzte Eindruck wirkt noch viel stärker und ist der bleibende. Verabschieden Sie sich höflich. Als Gastgeber begleiten Sie Ihre Gäste noch zur Tür, zum Flur oder zum Auto. Umso weiter Sie jemanden begleiten, desto stärker drücken Sie Ihre Wertschätzung aus.

 

2. Gehen Sie mit Bedacht mit den neuen Medien um!

In Zeiten, in denen man immer und überall erreichbar ist, fällt es den Menschen zunehmend schwer, sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Versuchen Sie es dennoch, denn ihr direktes Umfeld ist es Wert, mindestens genauso sehr geschätzt zu werden wie das klingelnde Mobiltelefon. Schalten Sie daher ihr Handy oder zumindest den Ton während Besprechungen, Seminaren oder des Essens aus.
Ziehen Sie niemals ein hereinkommendes Telefongespräch der ihnen gegenüber sitzenden Person vor. Wenn sie auf einen thematisch passenden Anruf warten, so informieren Sie Ihr Gegenüber vorher darüber.
Lächeln Sie. Auch am Telefon. Lächeln macht ihre Stimme freundlicher. Vermeiden Sie es auch während Gesprächen zu essen, zu rauchen oder zu trinken. Der Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung hört das.
E-Mails sollten Sie regelmäßig kontrollieren oder eine Abwesenheitsnotiz hinterlassen. Eine Antwort innerhalb von 24 Stunden gilt als angemessen. Gehen Sie mit E-Mails genauso sorgsam um wie mit Briefen: vermeiden Sie Rechtschreibfehler und achten Sie auf eine korrekte Anrede.

 

3. Achten Sie auf stilvolles Essen und Trinken!

Ein Aperitif vor dem Essen ist häufig eine angenehme Form, die Zeit bis zum Servieren der Speisen zu überbrücken. Außerdem soll er auf die bevorstehende Mahlzeit einstimmen und den Appetit anregen. Meist wird er in einem gesonderten Raum eingenommen. Aperitif-Gläser werden nicht mit an den Tisch genommen.
Bei Tisch hebt zu offiziellen Einladungen der Gastgeber oder der Ranghöchste das Glas, nickt in die Runde und trinkt zusammen mit den Gästen den ersten Schluck – erst danach darf jeder trinken, wann er möchte. Mineralwasser hingegen darf bereits vor der Eröffnung getrunken werden.
Das Büfett wird vom Gastgeber eröffnet. Für jeden Gang wird hierbei frisches Geschirr genutzt.
Vor dem Essen falten Sie die Serviette zur Hälfte und legen Sie auf den Schoß. Die Gastgeberin eröffnet mit Aufnahme der Serviette das Essen. Zwischen den Gängen gehört die Serviette, lose zusammengefaltet, auf den Tisch und aus hygienischen Gründen niemals auf den Stuhl.
 Mit der Empfehlung von Speisen und Getränken im Restaurant erleichtern Sie Ihren Gästen die Auswahl und geben gleichzeitig einen Preisrahmen vor. Lassen Sie dabei Ihre Gäste das Essen genießen bevor Sie geschäftliche Themen ansprechen.
Vermeiden Sie Lippenstiftspuren auf Tassen und Gläsern. Auch Zahnstocher haben am Tisch nichts zu suchen. Dafür eignen sich unbeobachtete Plätze besser.
Ihre Rechnung sollten Sie diskret begleichen oder sich nach Hause schicken lassen.

 

4. Achten Sie auf ein professionelles Auftreten!

Kleider machen Leute. Auch, wenn wir uns von dieser Tatsache manchmal gerne befreien würden, ist dies ein unumgänglicher Fakt.
Passen Sie Ihre Berufskleidung dem Stil des Unternehmens an. Achten Sie auf gute Qualität und typgerechte Farben. Bekleidungsvermerke auf Einladungskarten beispielsweise sind immer bindend.
Vermeiden Sie es außerdem, Duftwolken zu hinterlassen und bedenken Sie die Ausdünstung von Knoblauch, Zwiebeln und Alkohol durch die Haut.
In der Geschäftswelt gilt immer: lieber dezent als protzig.
Außerdem sollten Sie auf gepflegte Hände, Nägel und frisch gewaschenes Haar achten. Besuchen Sie in regelmäßigen Abständen den Friseur. Make-up unterstreicht die natürliche Schönheit und soll nicht aufgesetzt wirken.
Für Frauen gelten fünf Schmuckstücke als oberste Grenze, bei Männern sind es drei (Uhr, Ring, Manschettenknöpfe).
Stimmen Sie Schmuck und Accessoires farblich aufeinander ab. Auch hier gilt: weniger ist mehr.

Versuchen Sie, sich in Ihr Gegenüber hinein zu versetzten. Welche Umgangsformen würden Sie sich wünschen?
Stil und Etikette sind keine frei erfundenen Regeln, mit dem Ziel die Menschheit zu tyrannisieren. Nein, sie haben oft ganz praktische Hintergründe und erleichtern den Umgang miteinander. Wenn Sie dies beherzigen und zusätzlich einige unserer Empfehlungen im Hinterkopf behalten, dann werden Sie in Zukunft auch schwierige Situation souverän meistern können.

Lis Droste

Lis Droste

Lis Droste ist Etikette-Trainerin und Präsidentin des E.T.I. (Etikette-Trainer-International). Seit 1990 hält sie bundesweit Seminare und Vorträge über moderne Umgangsformen, Tafelkultur und Geschäftskleidung in Deutsch und Englisch. Darüber hinaus schreibt sie als Fachautorin für Zeitungen und Zeitschriften und ist häufig Gast in Fernseh- und Radiosendungen.


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