Kornelia Thiemann

Kornelia Thiemann

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Welke Akademie – Zielführend.

Digitale Kommunikation: Die 10 wichtigsten Punkte für Führungskräfte (Teil 2)

10 Tipps für die digitale Kommunikation für Führungskräfte

Hier finden Sie den zweiten Teil unseres Beitrags „Digitale Kommunikation: Die 10 wichtigsten Punkte für Führungskräfte“. Den ersten Teil können Sie hier nachlesen.

„Märkte sind Gespräche“ (Cluetrain Manifest). Mit den Neuen Medien wachsen die Anforderungen an den Markt – und damit auch an Führungskräfte. Sogenannte Digital Natives erklimmen die Arbeitswelt und nutzen digitale Kommunikationskanäle oftmals mit einem größeren Selbstverständnis als ihre Vorgesetzten. Um den Markt weiterhin verstehen zu können, sollten Führungskräfte sich mit den digitalen Möglichkeiten befassen: angefangen bei der Auswahl der richtigen Kommunikationskanäle über das angemessene Verhalten in der digitalen Welt bis hin zur Anpassung ihres Führungsstils. Hier finden Sie Teil 2 der 10 wichtigsten Punkte, die Sie als Führungskraft bei der digitalen Kommunikation beachten sollten.


6. Bleiben Sie Mensch

Das Internet wurde geschaffen, um Menschen und Informationen miteinander zu verknüpfen. Ob Firmenwebsite, Facebook-Unternehmensseite oder sonstiger Kommunikationskanal: Die Nutzer erwarten hier einen Menschen, der ihnen im Dialog gegenübersteht, und keinen automatisierten Computer. Insbesondere jüngere Nutzer wachsen mit dialogorientierten Kanälen auf, die für sie mittlerweile selbstverständlich sind. Soziale Netzwerke fungieren als traditionelle Marktplätze, in denen die Unternehmen als Händler agieren und die User als Käufer – dabei rücken Dialog und Interaktion in den Vordergrund und konventionelle Werbeaktivitäten in den Hintergrund. Handeln Sie also wie ein Mensch und behandeln Sie Ihr Gegenüber wie einen, und zwar auf Augenhöhe. Reagieren Sie auf Fragen und Kritiken, antworten Sie persönlich ohne „Copy & Paste“ und bleiben Sie dabei authentisch.

Begegnen Sie kritischen Stimmen mit Souveränität oder Humor und unterbinden Sie sie keinesfalls. Dies wird von der Community mehr als negativ aufgefasst und kann möglicherweise schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen.

7. Shareconomy: Teilen Sie Inhalte

Mit dem digitalen Wandel ist der Trend „Shareconomy“ in Erscheinung getreten, was bedeutet, dass immer mehr Menschen das Internet nutzen, um Wissen, Erfahrungen oder sonstige digitale Inhalte mit anderen Nutzern zu teilen. Laut einer Studie des BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.) teilen 83 % der Internetnutzer in Deutschland Inhalte – dies entspricht in etwa 9 Millionen Menschen. Diese Kultur der Wissensteilung hat heute Einfluss auf nahezu alle Unternehmen. Ein Großteil der heutigen Kunden informiert sich beispielsweise vor einem Einkauf über das Internet, z. B. über die Produkt-Bewertungen anderer Kunden, und Mitarbeiter holen Informationen über einen potenziellen Arbeitgeber über Kommentare ehemaliger Mitarbeiter ein.

Machen Sie sich daher bewusst, dass Inhalte über Sie geteilt werden – sowohl im Positiven als auch im Negativen – und nutzen Sie dieses Potenzial aktiv zu Ihren Gunsten! Teilen Sie Inhalte, und zwar nicht nur eigene, sondern auch die von Partnern oder anderen Nutzern, die über für Sie und Ihre Zielgruppen relevante Inhalte verfügen. Denn die Kultur des Teilens besteht aus einem Geben und Nehmen: Wenn Sie also Inhalte von anderen teilen, erhöhen Sie die Chance, dass diese Ihre ebenso teilen. Verlinken Sie daher auf fremde Webseiten, die dem Nutzer einen Mehrwert bieten, und verbreiten Sie anderweitigen Content – aber geben Sie immer an, woher dieser stammt.

8. Geben Sie Kontrolle ab, aber behalten Sie die Führungshoheit

Führungskräfte stehen im Zeitalter der digitalen Kommunikation vor einem Umdenkprozess. Durch transparentere Kommunikationswege können Mitarbeiter beispielsweise via Intranet einfacher Informationen austauschen, was für die Zusammenarbeit viele Vorteile mit sich bringt. Dies zieht für Führungskräfte aber im Umkehrschluss auch einen potenziellen Kontrollverlust nach sich. Daher ist es für Sie als Führungskraft besonders wichtig, Zielvereinbarungen anstelle von Zielvorgaben mit den Mitarbeitern festzulegen. Sichern Sie sich das Commitment Ihrer Mitarbeiter! Geben Sie Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, ihre Zustimmung abzugeben. Führen Sie Social-Media-Guidelines ein. Anders als die Social-Media-Policy, die arbeitsvertragliche Regeln vorschreibt, stellen die Guidelines Gebote dar, welche die Mitarbeiter auf den korrekten Umgang in sozialen Netzwerken aufmerksam machen sollen, wie beispielsweise das Vermeiden von abfälligen Kommentaren über das Unternehmen oder die Mitarbeiter in Foren oder Chats. Es obliegt Ihnen, Ihre Mitarbeiter darauf zu sensibilisieren. Damit geben Sie zwar zum Teil Kontrolle ab, behalten dabei jedoch die Führungshoheit und schützen präventiv die offene Kommunikationskultur vor Missbrauch.

9. Arbeiten Sie teamorientiert

Durch die digitale Vernetzung rückt teamorientiertes Arbeiten immer mehr in den Vordergrund. In Zeiten der Globalisierung stellt länderübergreifende Teamarbeit mittlerweile keine Seltenheit mehr dar. So gibt es Führungskräfte, die Teammitglieder in verschiedenen Ländern leiten und mit ihnen via Videokonferenzen, Gruppenchats und E-Mail kommunizieren. Wichtig hierbei ist, dass das Führungspersonal stets informiert und ansprechbar ist, auch wenn es persönlich nicht anwesend ist – daher spielt die Vernetzung eine erhebliche Rolle. Die Zusammenarbeit bezieht sich dabei nicht nur auf interne Mitarbeiter, sondern auch auf Externe, wie Kunden, Partner oder andere Beteiligte. In diesem Fall ist ein kollaborativer Führungsstil gefragt. Beispielsweise können sich Mitarbeiter und Externe über Social-Media-Kanäle am Kommunikationsfluss eines Projekts beteiligen. Wichtig hierbei ist, dass Sie alle Beteiligten einbinden und ihnen zum Beispiel einen externen Zugriff erteilen. So können die Teilnehmer den Fortschritt beobachten und frühzeitig Feedback geben.

10. Schaffen Sie mehr Transparenz

Viele Mitarbeiter sind bereit und motiviert, ihr Wissen via digitale Kommunikation mit anderen zu teilen und die Neuen Medien als Kommunikationskanäle zu nutzen. Nutzen Sie dieses Potenzial für Ihr Unternehmen! Mit entsprechenden Tools können Sie den Wissenstransfer in Ihrem Unternehmen erhöhen, die Kommunikation der Mitarbeiter untereinander effektiver gestalten und fördern außerdem die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen. Integrieren Sie Wikis, Blogs und Social Media in die Unternehmenskultur und legen Sie fest, wieviel Zeit und in welchem Rahmen diese von den Mitarbeitern genutzt werden können.

Wichtige Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Sie sich für eine transparentere Unternehmenskultur öffnen. Soziale Medien stehen für Echtzeit, Dialog, Teilnahme und eben Transparenz – oftmals lassen sich diese Faktoren nicht automatisch mit einer bestehenden Unternehmenskultur vereinbaren. Denn die klassische Einwegkommunikation mit abgestimmten Inhalten funktioniert in sozialen Netzwerken nicht mehr, da sich der bislang zentral gesteuerte Kommunikationsprozess hinderlich auf die offene Kommunikation auswirkt. Um soziale Medien erfolgreich in die interne Kommunikation einbinden zu können, ist es notwendig, dass Sie als Führungskraft bis zu einem gewissen Grad eine dezentrale Steuerung zulassen. Geben Sie deshalb Ihren Mitarbeitern in dem Rahmen, den Sie gesetzt haben, Freiräume und Eigenverantwortung, damit diese ihre Inhalte ohne organisationale Kontrolle einstellen können. Zwar können Transparenz und Vernetzung die Legitimation der vorhandenen Hierarchien in Frage stellen, aber im Gegenzug erzeugen sie wertvolles Vertrauen.

Uns interessiert Ihre Meinung: Wie stehen Sie als Führungskraft zum Thema Transparenz? Was halten Sie von einem kollaborativen Führungsstil und Social Guidelines? Wir sind auf Ihre Kommentare gespannt!

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